UKM Magnet

Gemeinsam verändern, verbessern und stärken

Mit UKM Magnet fördern wir die respektvolle Zusammenarbeit zwischen allen Berufsgruppen, erhöhen die Attraktivität der Arbeit und stehen für die bestmögliche Versorgung unserer Patienten.

Wir sind auf dem Weg

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, setzt das Universitätsklinikum Münster auf eine langfristige Strategie: Als eines der ersten Krankenhäuser deutschlandweit strebt das Klinikum eine Magnet-Zertifizierung an – ein Konzept aus den USA, mit dem Krankenhäuser dort erfolgreich eine verbesserte Arbeitszufriedenheit der Pflegenden und gleichzeitig eine bessere Versorgungsqualität der Patienten erreicht haben. Im Rahmen einer Studie steht das UKM jetzt im Austausch mit dem Partnerkrankenhaus der University of Pennsylvania.  In enger Zusammenarbeit mit den Teams in den Kliniken und unter Berücksichtigung aller Berufsgruppen ergreifen wir ganz unterschiedliche Maßnahmen, um eine herausfordernde, professionelle und zugleich effiziente Organisation der Arbeit zu erreichen.

Im ersten Schritt setzt das UKM nach längerer Vorbereitung auf einzelne sogenannte Magnet-Stationen, auf denen insbesondere die Zusammenarbeit auf Augenhöhe von Pflegenden, ärztlichem Personal und weiteren Berufsgruppen im Fokus steht. So gibt es zwei Stationen, die interprofessionelle Visiten unter Beteiligung von ärztlichem und pflegerischem Personal durchführen. „Durch die gemeinsamen Visiten hat sich der Austausch und die Kommunikation zwischen den Berufsgruppen deutlich verbessert. Davon profitieren auch unsere Patienten. Wir sehen aber auch, dass die Einführung solcher Maßnahmen Zeit braucht. Der Weg zum Magnet-Krankenhaus ist mit vielen kleinen Schritten verbunden und nicht von heute auf morgen umzusetzen“, macht Thomas van den Hooven deutlich. Er verantwortet das Projekt auf Vorstandsebene, das seit den ersten Überlegungen im Jahr 2017 vom gesamten Vorstand mitgetragen und verabschiedet wurde. Die eigentliche Zertifizierung strebt das UKM für das Jahr 2027 an.

Der Begriff entwickelte sich in den USA der 1980er Jahre. In den Jahren im Zeitraum 1970 bis 1980 wiederholte sich ein ausgeprägter Fachkräftemangel im Gesundheitswesen. Eine wirkungsvolle Strategie gegen den Personalmangel schien unerreichbar. Einzelne Krankenhäuser traf der Personalmangel nur in sehr abgeschwächter Form. Trotz der verheerenden Situation auf dem Arbeitsmarkt, konnten diese Kliniken ihr Personal halten und zusätzliches akquirieren. Zunächst waren die dafür verantwortlichen Faktoren jedoch unklar und der Personalaufbau damit nur schwer nachvollziehbar.

Im Jahr 1983 wurden innerhalb der „McClure Magnet Hospital Study“ genau diese Krankenhäuser untersucht. Wie gelang es ihnen während des nationalen Pflegemangels ihr Personal zu halten? Zur Beurteilung wurden dabei die Arbeitsbedingungen, u.a. in Beziehung mit Fluktuation und Arbeitszufriedenheit, gestellt und analysiert. Abschließend konnten sogenannte Magnetkräfte identifiziert werden. Weitere sieben Jahre später wurde eine Vereinigung mit dem Namen ANCC (American Nurses Credential Center) gegründet. Sie leitete aus den identifizierten Magnetkräften ein Zertifizierungsprogramm ab – die Geburtsstunde des Magnet Designation Program. Auf diesem Weg sollten die Krankenhäuser ausgezeichnet werden, die in den Bereichen „Versorgung der Patienten“, „Zufriedenheit der Mitarbeiter“ und „positives Arbeitsumfeld“ herausragend waren. 1994 wurde mit dem University of Washington Medical Center in Seattle offiziell das erste Magnetkrankenhaus zertifiziert. In den folgenden Jahren entschied eine zunehmende Anzahl von Krankenhäusern sich ebenfalls auf den Weg zum Magnetkrankenhaus zu begeben. Fast alle Top-Krankenhäuser der USA sind heute Magnet-zertifiziert.

Das Erfolgskonzept Magnet wurde aufgrund der nachweislich positiven Auswirkungen auf die Zufriedenheit der Mitarbeitenden und vor allem aufgrund der verbesserten Versorgungssituation aus Patientensicht schnell auch international bekannt. Doch lässt sich ein in den USA entwickeltes und auf das dortige Gesundheitssystem adaptiertes Programm auch in anderen Ländern etablieren?

In Europa wurde bislang zwar intensiv über das Magnetprogramm aus den USA diskutiert, doch die Hürden für eine Umsetzung auf europäischem Boden schienen lange Zeit zu hoch. Erst im Jahr 2017 gelang in Belgien dem Universitätsklinikum Antwerpen nach einer fast 10 Jahre andauernden Entwicklungszeit die Zertifizierung. Das erste Magnetkrankenhaus in Europa wurde ausgezeichnet.

Das interprofessionelle Unterrichtskonzept (ipUK) in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie fördert die Zusammenarbeit von pflegerischen und ärztlichen Teams und unterstützt eigenverantwortliches Handeln. In der Ausbildungseinheit betreuen PJler und Auszubildende der Pflege im 3. Ausbildungsjahr gemeinsam und eigenverantwortlich sechs Patientinnen und Patienten auf der chirurgischen Station. Im Hintergrund stehen sogenannte Lernbegleitende zur Verfügung in Form einer pflegerischen Praxisanleitung, einer Assistenzärztin sowie einem Oberarzt.

Die Pilotphase wurde im September und Oktober 2021 durchgeführt. Ab Ende Januar 2022 wird das Projekt zunächst für zwei Jahre in der Chirurgie laufen. Neben der Förderung der respektvollen interprofessionellen Zusammenarbeit steht auch der Aspekt der optimalen Patientenversorgung und die Bindung von Nachwuchskräften im Vordergrund.

Weitere Informationen zum ipUK finden Sie hier.

Ansprechpartnerin:
Angelika Maase
T +49 251 83-48289
Angelika.Maase(at)­ukmuenster(dot)­de

 
 
 
 

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MAGNET4EUROPE

Das UKM nimmt an der internationalen Studie MAGNET4EUROPE teil. Wir freuen uns sehr, mit dem Hospital of the University of Pennsylvania ein starkes Partnerkrankenhaus an unserer Seite zu haben und die Magnet-Reise gemeinsam zu gestalten.